Aus dem deutschen Klappentext: Patroklos, ein in Ungnade gefallener Prinz im Knabenalter, wird ins Exil nach Phthia geschickt, wo er, als einer unter vielen, im Schatten des Königs Peleus und seines Sohnes Achill einsam und unbeachtet lebt, bis Achill sich eines Tages seiner annimmt. Die zaghafte Annährung entwickelt sich bald zu einer unerschütterlichen Freundschaft. Seite an Seite wachsen Achill und Patroklos zu jungen Männern heran, und bald erblüht eine zarte Liebe zwischen ihnen.

Der Friede wird jedoch jäh zerstört, als Paris Helena aus Sparta entführt und sich die Männer Griechenlands zum Kampf gegen Troja versammeln. Verführt von der Prophezeiung seiner ruhmreichen Bestimmung, schließt sich Achill ihnen an. Patroklos, innerlich von Angst und Liebe zerrissen, folgt Achill in den zehn Jahre währenden Krieg, nicht ahnend, dass er das Schicksal seines geliebten Freundes in die Hände der Götter geben muss.

Bevor ich dieses Buch gelesen hatte, war mir Achill völlig egal. Er war halt der mit Troja und der Ferse, der je nach Auslegung entweder schwul oder bloß sehr dicke mit seinem besten Freund war. Aber eine Freundin hatte mir das Buch empfohlen, und es war eine Freundin, deren Geschmack ich blind vertraue, also dachte ich: „Was kann schon schlimmes passieren?“ Haha. Hahaha. Ich lache heute noch hysterisch, wenn ich daran zurückdenke.

Das Buch hatte mich von der ersten Seite an. Das ist kein Witz und keine Übertreibung. Ich liebe elegant geschriebene Bücher, ich vergöttere eine einfache, klare und schnörkellose Sprache und ich möchte mich Autoren, die Geschichten wie nebenbei erzählen könne, vor die Füße werfen und „Ich bin nicht würdig!“ rufen. Teilt eure Geheimnisse mit mir, ihr bekommt auch meine Seele.

Also jedenfalls las ich das Buch und war völlig hingerissen, mit Herzchen in den Augen und so, und zur Hälfte des Buches erinnerte ich mich plötzlich jäh daran, dass dieses Buch nicht gut ausgehen würde. Weil, Achill und Patroklos und mal im Ernst, Fräulein Romy, wir befinden uns in der griechischen Mythologie. Tränen vorprogrammiert.

Ich wusste ja von Anfang an, was passieren würde, aber da mir die Figuren innerhalb weniger Seiten so ans Herz gewachsen waren, musste ich das erfolgreich verdrängt haben. Und dann fiel es mir plötzlich wieder ein: „Oh Gott. Das geht nicht gut aus.“ Von da an musste ich mich zwingen, das Buch weiterzulesen. In diesem Fall ist das als echtes Kompliment gemeint. Die Autorin hatte es geschafft, mich innerhalb von 150 Seiten soweit zu bringen, dass ich den Gedanken an den Tod zweier Figuren, deren Geschichte ich schon tausendmal gehört hatte, nicht mehr ertragen konnte.

Vor ein paar Tagen habe ich mich dann hingesetzt, und „The Song of Achilles“ ausgelesen. Was soll ich sagen? Danach hätte ich mich am liebsten heulend eine Woche unter der Bettdecke vergraben und mich nur von Schokolade ernährt.

Es ist wohl das beste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Unfassbar schön und elegant geschrieben, das sich nur wenige Freiheiten erlaubt und es trotzdem schafft, Figuren wie Achill, Patroklos, Odysseus, Hektor, Ajax, Menelaus, Priam und Chiron zum Leben zu erwecken und zu vielschichtigen Figuren werden zu lassen. Ich hatte danach noch tagelang daran zu knabbern.

Man braucht schon viel Mut und sehr viel Talent, um eine altbekannte Geschichte nachzuerzählen, und zwar so, dass sie dem Leser zugleich vertraut und völlig neu vorkommt. Madeline Miller hat das geschafft und zwar auf eine so scheinbar mühelose Weise, wie es mir bisher noch nie untergekommen ist.

Als nächstes Buch brauche ich was mit Happy End. Damit scheidet der vierte Band von Maggie Stiefvaters „Raven Cycle“ schon mal aus. Vielleicht was mit Liebe und einem HEA, oder zumindest Figuren, deren tragischer Tod nicht schon vorprogrammiert ist? (Ja, Miss Stiefvater, ich rede mit Ihnen.)

Nach einem eher holprigen Start sieht die Statistik in meiner Challenge aktuell also aus wie folgt(Überraschung) :

Gelesene Bücher: 1
Noch zu lesen: 29

Jetzt sind es höchst offiziell schon weniger als 30 Romane!

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