Florenz Gasse

Florenz, ach Florenz. Wie lange schon wollte ich dich bereisen? Ich weiß schon gar nicht mehr, wann in mir das erste Mal der Wunsch aufkam, Florenz zu sehen und in die Toskana zu reisen, so lange ist das her.

Als eine Bekannte sich dann mit der Frage bei mir meldete, sie habe sich da außerhalb von Florenz für eine Woche ein Ferienhaus gemietet, und ob ich nicht für ein Wochenende dazukommen wolle, habe ich nicht lange überlegt, sondern einen Flug gebucht und sehnsüchtig dem Juni entgegen gefiebert.

Obwohl ich für mein Leben gerne reise und neue Orte erkunde, bin ich jemand, der sich sonst sorgsam von südlichen Ländern fernhält – heiße Temperaturen bekommen mir einfach nicht gut, und Strandurlaub ist überhaupt nicht meins. Folglich war ich bisher überhaupt nur einmal in meinem Leben in Südeuropa, nämlich in Portugal, und das vor zwanzig Jahren. Eigentlich lebe ich auch ganz gut damit, denn es gibt nur eine Handvoll Orte in der Ecke, die mich wirklich interessieren. Aber Florenz? Florenz stand schon immer ganz weit oben auf der Liste.

Florenz

Hinter dem Dom in Florenz

Ich weiß, dass ich schon vorher nach Firenze wollte, aber mein Studium tat sein Übriges – man kann schlecht Anglistik und englische Renaissance studieren, ohne vorher mit der italienischen Renaissance anzufangen. Von daher war Florenz für mich nicht nur eine wunderschöne Stadt, sondern auch die Wiege der Neuzeit, der Literatur und Kunst. Was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.Florenz

Florenz

Florenz hat etwas Magisches, Verzaubertes. Ein Städtchen wie im Dornröschenschlaf mitten in der Toskana, in dessen Mitte sich ein Dom erhebt, der sich jeder Beschreibung entzieht. Oder wie meine Freundin treffend meinte: „Man kann ihn beschreiben, aber man kann ihn nicht erklären“.  Die Altstadt ist weitgehend für den Verkehr gesperrt, und vielleicht trägt auch das zur besonderen Stimmung der Stadt bei. Das hier ist das Herzstück der Renaissance, wo die Medici die Kunst und Kultur gefördert haben, wo der junge Leonardo DaVinci gearbeitet hat, hier nahm das, was wir heute als selbstverständlich erachten, seinen Anfang.

Florenz

Und wenn man Florenz verlässt, dann befindet man sich mitten in der Toskana, kommt durch kleine verschlafene Dörfer und passiert ehrwürdige Villen mit langen Auffahrten. Nicht im Traum hätte ich gedacht, dass es tatsächlich so sein würde, wie ich es mir vorgestellt habe.

Toskana Florenz

Etwas außerhalb von Florenz

Toskana Florenz

Die beste Entscheidung meiner Freundin war übrigens, ein Ferienhäuschen zwanzig Minuten außerhalb von Florenz zu buchen, mitten in den Bergen. Ich habe selten so eine Ruhe und Beschaulichkeit erlebt, und es war grandios, den Trubel der Stadt abends hinter sich zu lassen und in der Stille Zuflucht zu suchen. Ich würde es jederzeit wieder so machen.

Florenz Laden

Florenz Vespa

Sandra schrieb letztens einen sehr schönen Artikel, warum Reisen für Kreative so wichtig ist, und ich merke das auch immer wieder. Meine Stippvisite in Florenz hallt noch nach, ich bin mit einem ganzen Berg voller Inspirationen zurückgekommen, und einer meiner Romane (der noch in der Planungsphase ist), hat einen riesigen Sprung nach vorne gemacht.

Florenz Dom

Florenz Gasse

Von dem „Tourikram“ habe ich übrigens wenig gemacht – lediglich in den Uffizien und in San Lorenzo war ich drin. Das halte ich immer so – mir ist es wichtiger, eine Stadt zu erleben und zu erkunden, anstatt sich sklavisch an ein Programm zu klammern und möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Ich sitze lieber eine Stunde auf einem Platz rum, und lasse den Ort auf mich wirken, statt zum nächsten Museum zu hetzen.

Uffizien Florenz

Außerdem, man muss sich ja auch was für den nächsten Besuch übrig lassen. Denn wiederkommen – wiederkommen werde ich ganz sicher.

Florenz

Merken

Merken

Share: