Shards of Time

The governor of the sacred island of Korous and his mistress have been killed inside a locked and guarded room. The sole witnesses to the crime—guards who broke down the doors, hearing the screams from within—have gone mad with terror, babbling about ghosts . . . and things worse than ghosts.

Dispatched to Korous by the queen, master spies Alec and Seregil find all the excitement and danger they could want—and more. For an ancient evil has been awakened there, a great power that will not rest until it has escaped its otherworldly prison and taken revenge on all that lives. And only those like Alec—who have died and returned to life—can step between the worlds and confront the killer . . . even if it means a second and all too permanent death.

Bei manchen Büchern hat man das Gefühl, alte Freunde wiederzusehen. Man trifft aufeinander, schüttelt die Hände, stellt fest, dass man sich in der ganzen Zeit doch verändert hat – um am Ende sitzt man lachend zusammen, weil manche Dinge sich eben nie wirklich ändern. So ähnlich geht es mir mit “Shards of Time”.

Zum ersten Mal ist mir die Reihe um Alec und Seregil vor fast fünfzehn Jahren begegnet, auf Empfehlung einer Freundin. Während Diversity und die Miteinbeziehung von LGBT+-Figuren in den letzten Jahren (zurecht) ein großes Thema geworden ist und sich viel getan hat, waren Seregil und Alec das erste gleichgeschlechtliche Paar, das mir seinerzeit in einem Fantasybuch unter die Nase kam. Klar, ich hatte vorher auch Bücher über Coming Outs gelesen, aber “Luck in the Shadows” war das erste Buch in meinen Händen, in dem die Verliebten  in der im Hintergrund laufenden Liebesgeschichte zufällig zwei Männer waren.

Nach der ursprünglichen Trilogie hat Lynn Flewelling sich vor ein paar Jahren hingesetzt und noch ein paar Bände geschrieben. “Shards of Time” ist der siebte und vermutlich letzte, und der Gedanke daran bricht mir das Herz. Der vierte und fünfte Band waren leider etwas durchwachsen, aber “Casket of Souls” und nun eben “Shards of Time” fühlten sich an wie ein Nachhausekommen. Was den Abschied nicht leichter macht.

In den letzten Jahren bin ich älter und weiser geworden, und gerade bei “Shards of Time” fiel mir dann doch auf, wie handwerklich und vor allem stilistisch schwach die Bücher mitunter sind. Sie sind sehr erzählend, was eigentlich nicht mehr meinem Geschmack entspricht, und auch die personalen Erzähler sind nicht so stringent, wie ich es gerne hätte. Wenn ich heute zum ersten Mal den ersten Band in die Finger kriegen würde – keine Ahnung, ob er mich noch genauso glücklich machen würde wie damals.

Was ich an der ersten Trilogie – gerade am allerersten Band – immer sehr geliebt habe, war das gemütliche Abenteuergefühl. Alec und Seregil decken Intrigen auf, brechen in Häuser ein, klauen Objekte und retten nebenbei das Königreich. Das alles vor der sehr pittoresken Kulisse einer fantastischen Küstenstadt und einem tollen Weltenbau (z.B. dass ausgerechnet der Elf auf Magie völlig allergisch reagiert und von ihr krank wird). Schlimme Dinge passieren zwar, aber die Stimmung ist nie so düster und brutal, wie es “realistische” Fantasy wie “Game of Thrones” modisch gemacht hat. In gewisser Weise ist die Reihe auf eine sehr wohltuende Art altmodisch. Am Ende wird schon alles gut werden. Der sechste und auch der letzte Band gehen wieder stärker in diese Richtung als die beiden Vorgänger, und es war einfach schön, wirklich schön, die Figuren auf ihren Abenteuern noch einmal begleiten zu dürfen.

Mittlerweile hätten sich Alec und Seregil, nach allem, was sie durchgemacht haben, ihren Ruhestand redlich verdient. Mein kleines Herz wird trotzdem auf ein weiteres Abenteuer und noch ein Wiedersehen hoffen. Bis dahin, Jungs, und vielen Dank für die wunderschönen Stunden.

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